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  • 22Aug
    2012
    12:40 am

    Lebewesen sind Spieler. Für einen Hund ist alles ein Spiel – Stöckchen holen, Fährten verfolgen oder Drogen finden. Die Menschen sind am produktivsten, wenn sie spielen; wenn ihre Arbeit sich nicht anders als ein Spiel anfühlt, wenn sie spielend leicht gelingt. Doch neben diesem Spiel des Kindes, des Tieres oder des in einem Flow-Erlebnis arbeitenden, hat der Begriff des Spiels noch eine völlig andere Konnotation: Die des taktischen Spiels. Wesentlich für das taktische Spiel ist die Fähigkeit zur Antizipation der Reaktion des Mitspielers bzw. den Mitspielern. Die Prinzipien der Spieltheorie haben vielfältige Anwendungsgebiete in Wirtschaft, Politik, Psychologie und dem ganz alltäglichen Leben. Ob für die Lancierung eines neuen Produkts, die Beurteilung der Erstschlagsfähigkeit für einen atomaren Konflikt oder das Eingehen zwischenmenschlicher Beziehungen. Wir denken in Taktik, in Strategien, wir können Nash-Gleichgewichte finden, die zwar stabil sind, aber in vielen Beispielen für alle Mitspieler zu einer suboptiomalen Lösung führen. Wir können den Gesamtzustand optimieren, indem wir von den individuellen Optimierungsstrategien abrücken, sondern darauf vertrauen, dass alle Mitspieler eine Strategie wählen, die zum Optimum für die Allgemeinheit führt. Vertrauen an sich ist zunächst keine Erfolgsstrategie, sondern ein naiver Ansatz. Aber ich wage an dieser Stelle zu postulieren: Erfolgsstrategien in zwischenmenschlichen Beziehungen setzen inhärent Vertrauen voraus. Auch das mag naiv sein, der Gedanke allein an die hypothetische Realisierbarkeit bringt mich zu der Erkenntnis:

    Die Abkehr von individuellen Optimierungsstrategien ist eine faszinierende Metastrategie.

    Posted by Patrick @ 12:40 am

    Randbemerkungen

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