Archives

  • 2019 (4)
  • 2018 (6)
  • 2017 (4)
  • 2016 (10)
  • 2015 (9)
  • 2014 (14)
  • 2013 (5)
  • 2012 (19)
  • 2011 (26)
  • 2010 (21)
  • 2009 (17)
  • 2008 (30)

Blogroll:

  • 09May
    2012
    9:15 pm

    “Das ist ja so erstaunlich an dir: Du machst gern anderen eine Freude. Und genau das haben die Menschen in unseren Breiten verlernt, sie können ihren Körper nicht mehr einem anderen Menschen als schönes Geschenk darbieten und ihm ganz einfach Lust verschaffen, ohne etwas dafür zu erwarten. Sie haben den Sinn für das Geben völlig verloren. Sie können sich noch so anstrengen, es gelingt ihnen nicht mehr, Sex als etwas Natürliches zu empfinden. Sie schämen sich nicht nur ihres eigenen Körpers, der nicht an den Standard der Pornofilme herankommt, sondern aus den gleichen Gründen fühlen sie sich überhaupt nicht mehr vom Körper des anderen angezogen. Miteinander zu schlafen geht nicht ohne eine gewisse Selbstaufgabe und ohne wenigstens vorübergehend einen Zustand der Abhängigkeit und der Schwäche hinzunehmen. Der Gefühlsüberschwang und die sexuelle Zwangsvorstellung sind gleichen Ursprungs, beide beruhen darauf, daß man sich wenigstens zum Teil selbst vergißt; das ist kein Bereich, in dem wir uns verwirklichen können, ohne uns zu verlieren. Wir sind gefühlskalt und rational geworden, legen höchsten Wert auf unsere individuelle Existenz und unsere Anrechte; wir möchten vor allem Entfremdung und Abhängigkeit vermeiden; außerdem sind wir von Gesundheit und Hygiene besessen. Das sind nicht gerade Idealbedingungen für das Liebesspiel.”

    Michel Houellebecq im Roman “Plattform”

    Posted by Patrick @ 9:15 pm

    Blog

Comments are closed.