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  • 02Apr
    2010
    9:12 pm

    Nachdem ich in letzter Zeit keinen MP3 Player im Auto verfügbar hatte, insofern nicht beispielsweise/beispielhaft Sabaton mit “The Art of War”  die tägliche Heimfahrt musikalisch untermalte, ich stattdessen mit dem Radioprogramm vorlieb nehmen musste, hörte ich ein längeres Radio-Feature über freischaffende Künstler in Berlin. “Ich darf Schönes erschaffen, und bekomme auch noch Geld dafür, wie wunderbar ist das denn!” sagt eine, eine von tausenden, die sich gegenseitig den Markt für freie Künstler kaputt machen, und in der Regel von, respektive auf dem Niveau von, Hartz IV leben. Das Schöne. Die Momente, in denen sich alles fügt, in denen man für einen Moment glaubt, etwas von der allem zugrundeliegenden Wahrheit zu sehen, einen Teil dazu beigetragen zu haben und das Schöne um des Schönen willen geschaffen zu haben. Momente, die es viel zu selten gibt, erst recht, wenn wir nicht nur die glänzenden Fassaden der Wirklichkeit nachahmen wollen, sondern auch das Eigentliche dahinter begreifen und mit erschaffen wollen. Nicht nur jenes uneigentlich-Eigentliche, dass die Fassadenbildner interessiert.
    So werden wir eines Tages vor der Entscheidung stehen, wird uns ein Silbertablett gereicht werden, mit einer blauen und einer roten Pille, von denen wir uns für eine entscheiden müssen. Die eine steht dafür, die Schönheit und das Wahre zu erwählen und gleichzeitig in der der Versenkung zu versinken, fern des Lichterglanzes, der durch die Glasfassaden ins Innere getragen wird. Die andere Pille steht für den Glanz, den Reichtum, gleichzeitig die Übergabe seiner Seele auf einem ebenso glänzenden Tablett als Entgelt dafür. Manch einer wird glauben, es gebe ihn, den mittleren Weg, gleich wie Comedian Dieter Nuhr erzählt, wie er vor einem Computerterminal, welches ihm beim Sportschuhkauf beratend zur Seite steht, vor die Frage gestellt “Welche Form bevorzugen Sie? Low-Cut, Mid-Cut oder High-Cut?”, antwortet “Naja ich, als deutsches Beamtenkind, habe mal Mid-Cut gewählt”. Ein so einfacher Weg, der das Schöne, das Wahre, verbindet mit dem Realen, dem Teilhaben an all dem Glanz, diesen zu finden, gleicht dem Halten eines Elementarteilchens in der Mitte in einem quantenmechanischen Doppel-Potentialtopf, oder um das entsprechende Äquivalent der klassischen Mechanik hinzuzuziehen: Man stelle eine Nadel mit der Spitze auf eine ebene Fläche, und zwar so dass sie nicht umfällt, unter Berücksichtigung der Graviation, und ohne, zu dem Kolumbusschen Eiertrick analog, die Nadel einfach in die Unterlage zu stechen. Wem es gelingt, die Nadel in der Balance zu halten, dem mag es gelingen, in jeder Hinsicht Diener des Schönen zu sein, gleichsam an den Früchten seines Tuns zu partizipieren und schließlich im Lichterglanz dessen sich zu sonnen.
    Warum, warum nur, fallen Nadeln eigentlich immer um?

    Posted by Patrick @ 9:12 pm

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