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  • 13Aug
    2010
    9:41 pm 1 Comment

    Gewisse Begriffe, Ideen, Konzepte – wie auch immer man diese kategorisieren möchten – haben mich fasziniert ab dem ersten Moment wo ich sie verstanden habe. So war es Hofstadters “Gödel, Escher, Bach”, dass das Konzept der Selbstbezüglichkeit derart illustrativ darstellt, dass der Leser mit diesem Begriff danach Welten verbinden kann. Was ich hier versuche, ist eine (noch) unvollständige und weiter fortzuführende Liste von “wesentlichen” Ideen, die mit solchen “gedanklichen Welten” assoziiert sind. Noch wesentlich kühner formuliert könnte man es den Versuch nennen, für meine Ideen ein Axiomensystem zu finden.

    Diese Liste mag durchaus eigenwillig erscheinen, so wie ich hier völlig verschiedene Kategorien vermische. Ob man hierfür vielleicht eine gemeinsame Kategorie finden könnte? Wie auch immer, das Konzept der “Kategorienkategorie”, was sicherlich bei manch anderem zu einer solchen Liste gehören würde, wird man hier nicht finden – aus dem einfachen Grund heraus, dass ich das bisher noch nicht wirklich verstanden habe. Nun denn, eine erste Version dieser Liste, sortiert nach drei Bereichen:

    Generelle Konzepte

    – Das Wesen der Idee
    – Das Konzept der Selbstbezüglichkeit
    – Die Prinzipien der Abstraktion und Analogie

    Literarische Ideen und Figuren

    – Die Antwort “42” nach Adams Douglas
    – Das Glasperlenspiel nach Hermann Hesse
    – Die Figuren des Faust und Mephisto nach Johann W. Goethe

    Mathematische/Naturwissenschaftliche Erkenntnisse

    – Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik
    – Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz
    – Das Halteproblem für Turing-Maschinen

  • 23Jul
    2010
    11:45 pm Comments Off on Semesterende in der Metropolregion

    Das Semester geht zu Ende, das letzte Semester meines Studiums, “formally” jedenfalls, wird das Studium unter dem Präfix der Promotion doch fortgeführt. So wäre es an der Zeit einen Rückblick zu wagen, einen umfassenden Rückblick, einer der zwangsläufig zu pathetisch, zu skeptisch, zu rückblickend sein würde, den ich daher zum jetztigen Zeitpunkt einfach mal nicht verfassen möchte. Schauen wir lieber zu dem, was kommen wird, die Zukunft. Darin bleibe ich diesem schönen Städtchen an der Wertach für die nächste Zeit erhalten. Städtchen? Entschuldige, Stadt Augsburg, Teil der europäischen Metropolregion München selbstverständlich! Was sich auf den ersten Blick so anhöhrt, als stünden vogonenhafte Wesen dahinter, die keinerlei Skrupel hätten das ein oder andere Dörfchen für eine intermetropolregionale Expressroute in die Luft zu sprengen, scheint in Wirklichkeit ein ganz harmloser Verein zu sein, auch wenn mich die Beschäftigungsgebiete ein wenig daran zweifeln lassen, ob für die Antworten, die man dort präsentiert, überhaupt schon mal die richtige Frage gestellt worden ist… Versteht überhaupt jemand diese Anspielungen da draußen? Vor kurzem habe ich mich mit einem Professor der Informatik unterhalten, der darüber verzweifelt, dass auf seine Anspielungen zum Anhalter den Studenten nicht einmal ein Schmunzeln zu entlocken ist. Wobei die Vogonen ganz und gar harmlos erscheinen, verglichen mit einer neu aufkeimenden menschlichen Spezies, die in enger Verwandtschaft zu den gefürchteten Gutmenschen steht: Die der radikalen Biedermänner, wie sie ein SpOn-Kolumnist typisiert hat. Alle Planungsanweisungen für Photovoltaikanlagen und Zerstörungsanweisungen für Tabakplantagen liegen nun beim zuständigen Planungsamt aus. Es ist nun Zeit, liebe Erdlinge, formell Beschwerde einzulegen.

  • 30May
    2010
    9:58 pm Comments Off on Ein Sommermärchen,…

    …das sich dort oben in Oslo abspielte, dessen erste Vorboten der Spiegel schon mit den Worten “Frag den Raab!” vor etwas mehr als einem Jahr ankündigte, dessen Erfolg nicht einmal die Raab-Hasser kleinreden können, bestenfalls noch versuchen können zu relativieren, in Anbetracht “schwacher Konkurrenz”. Ein Mainstream-Event, im Grunde genommen ein Ereignis, welches im erweiterten Rahmen von Brot und Spielen sich einreiht, und doch müssen selbst die Mainstream-Hasser anerkennen, dass Lena eben nicht Mainstream ist, im mindesten nicht, wenn man Eurovision/Casting-Show Teilnehmer als Grundmenge darlegt. Ein Sommermärchen, mit dem man vielleicht besser verschmerzen kann, wenn es mit eben jenem beim organisierten Bolzen nichts werden wird.

    So voll waren die Schlagzeilen der Online-Newsticker mit Lena, dass man schon fast vergessen hat, dass die Menschheit ja durchaus ein paar Problemchen hat. Nein, ich meine nicht die Ölpest oder die EU-Finanzkrise, nicht diese Probleme, so tragisch sie sein mögen, wir ja doch wenig zu dessen Lösung beitragen können. Betrachten wir lieber Probleme, im Sinne offener Fragen, diesmal nicht wieder das woher? wozu? und wohin? sondern – metaphorisch gesehen – einmal das wirklich große Problem der Menschheit, ob das Licht im Kühlschrank wirklich aus ist wenn die Tür zu ist. Weniger metaphorisch und mehr konkret: Schickt mein Skype wirklich keine Daten, wenn es eigentlich nix tun soll? In ganz verschwörungswitternder Weise wird die Frage gestellt, warum es denn ein Produkt gibt “that works well for free (beer) ?! From a company not involved on Open Source ?!” Naja, was ist schon dabei, wenn wir ständig abgehört werden, nachdem wir doch ohnehin alle Tag für Tag durch Dihydrogenmonoxid vergiftet werden. Wenigstens das Fazit gibt Hoffnung “Skype was made by clever people”, wenn wir kompromittiert werden, dann wenigstens durch intelligente Leute. Schließlich kann man von jenen, die einem selbst über sind, immer noch etwas lernen, ganz egal in welch böser Absicht sie handeln, ganz so wie Faust von Mephistopheles gelernt hat. Manchmal endet es tragisch, wenn man viel zu viel weiß.

  • 25Apr
    2010
    10:46 pm Comments Off on Ein Städtchen an der Wertach

    Seit zwei Wochen bin ich nun wieder in jener Stadt, in der ich bereits die meiste Zeit meines Studiums verbrachte.  Vielleicht würde man Städtchen sagen, aus der Perspektive jener Städte deren Lehr- und Forschungseinrichtungen klangvollere Namen tragen, klangvoll abgekürzt mit “TUM” oder “KIT” (sprich: [kei ai ti]), als die hiesige Universität, entsprechend dem neuen Uni-Logo vielleicht künftig “UNIA” oder “UNA” (sprich: besser nicht), oder auch “UAU” (sprich: erst recht nicht) genannt. Dafür hat dieses Städtchen aber einen Charme, insbesondere dessen nähere Umgebung meines Domizils. Statt dem Villenviertel des Bopserwalds mit den dort zu sehenden Prunkbauten und -fahrzeugen besteht die Kulisse eines nächtlichen Spaziergangs aus der geradezu natürlich wirkenden Umgebung des Wertachufers, deren ruhige Lage und Beschaulichkeit, akustisch untermalt nur durch das plätschernde Wasser. Die Radwege schlängeln sich durch Schrebergärten, dort wo einst Eisenbahnschienen verliefen, hat die Natur wieder die Oberhand übernommen, nur die verbliebenen Bahnübergänge, an denen die Demontage nicht rentabel sind, sind stille Zeitzeugen einst geschäftigerer Zeiten. Wie die Bahn, so hat natürlich auch die Post ihre Filialstruktur konsolidiert, ein Paket holt man einem Fachgeschäft für Modelleisenbahnen ab, dessen (Neben/Haupt)einkommensquelle eine GLS-Filiale darstellt. Doch darin zu sehen auch ein Käufer einer Modelleisenbahn, ganz so wie man sich einen Modelleisenbahnkäufer vorstellt. Natürlich, hier und da, die Ausuferung der Uferromantik, man mag ihr einen lächelnden Blick zudenken, während man im Vorbeigehen, im Vorbeifahren, einen eiligen Blick von ihr erhascht, manch einer mag sie dabei sogleich zum Kitsch erklären. Wenn wir Milan Kunderas Definition von Kitsch als die Ausblendung des Moments der Defäkation aufgreifen, gleichzeitig im Spiegel lesen, dass mehr Entscheider und Top-Verdiener bei Bohlens Resozialisierungsprogramm “DSDS” zuschauen als Raabs Musikshows, so bleibt zu konstatieren, dass man sich hinter den glänzenden Fassaden der Bopserwaldvillen von der Umwandlung von Scheiße in Geld unterhalten lässt, insofern also tatsächlich keinerlei Kitsch zu finden ist.

    Im Spiegel lesen wir auch von Türmen, im besonderen Kopftürmen oder Fernsehtürmen, ein haarfeiner Unterschied, den man keinesfalls leichtfertig ignorieren sollte. Man fragt sich, ob es Zufall ist, dass ausgerechnet die wissenschaftlichen Fakten rund um Türme das Potential für unvorstellbar öde Diskussionen haben, wie eben auch die Diskussion um die richtige Transkription des derzeit höchsten Bauwerkes der Welt, oder ob wir hier eine Variation der babylonischen Sprachverwirrung als Antwort auf die Hybris im Turmbau beobachten können. Jedenfalls ganz und gar nicht zu Verwirrung, sondern vielmehr zur Orientierung im noch unerkundeten Gelände rund um die Wertach verhilft mir der Augsburger Hotelturm. Ein Rundturm, denke ich, wäre die baulich korrekte Bezeichnung dafür, aber ich glaube, damit sind wir jetzt durch.

  • 02Apr
    2010
    9:12 pm Comments Off on Das Schöne zu erschaffen

    Nachdem ich in letzter Zeit keinen MP3 Player im Auto verfügbar hatte, insofern nicht beispielsweise/beispielhaft Sabaton mit “The Art of War”  die tägliche Heimfahrt musikalisch untermalte, ich stattdessen mit dem Radioprogramm vorlieb nehmen musste, hörte ich ein längeres Radio-Feature über freischaffende Künstler in Berlin. “Ich darf Schönes erschaffen, und bekomme auch noch Geld dafür, wie wunderbar ist das denn!” sagt eine, eine von tausenden, die sich gegenseitig den Markt für freie Künstler kaputt machen, und in der Regel von, respektive auf dem Niveau von, Hartz IV leben. Das Schöne. Die Momente, in denen sich alles fügt, in denen man für einen Moment glaubt, etwas von der allem zugrundeliegenden Wahrheit zu sehen, einen Teil dazu beigetragen zu haben und das Schöne um des Schönen willen geschaffen zu haben. Momente, die es viel zu selten gibt, erst recht, wenn wir nicht nur die glänzenden Fassaden der Wirklichkeit nachahmen wollen, sondern auch das Eigentliche dahinter begreifen und mit erschaffen wollen. Nicht nur jenes uneigentlich-Eigentliche, dass die Fassadenbildner interessiert.
    So werden wir eines Tages vor der Entscheidung stehen, wird uns ein Silbertablett gereicht werden, mit einer blauen und einer roten Pille, von denen wir uns für eine entscheiden müssen. Die eine steht dafür, die Schönheit und das Wahre zu erwählen und gleichzeitig in der der Versenkung zu versinken, fern des Lichterglanzes, der durch die Glasfassaden ins Innere getragen wird. Die andere Pille steht für den Glanz, den Reichtum, gleichzeitig die Übergabe seiner Seele auf einem ebenso glänzenden Tablett als Entgelt dafür. Manch einer wird glauben, es gebe ihn, den mittleren Weg, gleich wie Comedian Dieter Nuhr erzählt, wie er vor einem Computerterminal, welches ihm beim Sportschuhkauf beratend zur Seite steht, vor die Frage gestellt “Welche Form bevorzugen Sie? Low-Cut, Mid-Cut oder High-Cut?”, antwortet “Naja ich, als deutsches Beamtenkind, habe mal Mid-Cut gewählt”. Ein so einfacher Weg, der das Schöne, das Wahre, verbindet mit dem Realen, dem Teilhaben an all dem Glanz, diesen zu finden, gleicht dem Halten eines Elementarteilchens in der Mitte in einem quantenmechanischen Doppel-Potentialtopf, oder um das entsprechende Äquivalent der klassischen Mechanik hinzuzuziehen: Man stelle eine Nadel mit der Spitze auf eine ebene Fläche, und zwar so dass sie nicht umfällt, unter Berücksichtigung der Graviation, und ohne, zu dem Kolumbusschen Eiertrick analog, die Nadel einfach in die Unterlage zu stechen. Wem es gelingt, die Nadel in der Balance zu halten, dem mag es gelingen, in jeder Hinsicht Diener des Schönen zu sein, gleichsam an den Früchten seines Tuns zu partizipieren und schließlich im Lichterglanz dessen sich zu sonnen.
    Warum, warum nur, fallen Nadeln eigentlich immer um?

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