Faszinierende Literatur 9 | Faszinierende Erkenntnisse 5

10Jan
2026

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke und überlege, welche Texte und welche Erkenntnisse aus dieser Zeit mich am meisten fasziniert haben, dann fällt auf jeden Fall das Buch “search inside yourself” von Chade-Meng Tan darunter. Er ist einer der ganz frühen Software-Ingenieure bei Google, und hat sich Lehren wie dem Zen-Buddhismus und der Achtsamkeitsmeditation zugewandt. Daraus gestaltete er einen Kurs bei Google, der vor allem bei Mitarbeiter:innen mit viel Kundenkontakt (Vertrieb, Support, etc.) zu mehr emotionaler Intelligenz, damit zu mehr Empathie und schließlich zu mehr Erfolg und Zufriedenheit führen sollte. Schnell stellte man fest, dass der Kurs auch bei Software-Ingenieuren zu mehr Produktivität und Kreativität führte. Menschen, die in ihrer Mitte sind, ihr Handeln reflektieren und voller Güte und Empathie durch die Welt navigieren, sind glücklicher, zufriedener und nicht zuletzt auch produktiver.

Beeindruckend ist, wie sehr die Erkenntnisse, die Chade-Meng Tan lediglich zusammenfasst und zugänglich macht (wie er ganz bescheiden immer wieder betont), durch wissenschaftliche Studien untermauert werden. Denn ein vermeintlich flüchtiger Zustand wie Glück lässt sich heutzutage durch Messungen der Gehirnaktivität relativ objektiv messen.

Diese Mönche sind bei weitem die glücklichsten Menschen, die je wissenschaftlich untersucht wurden. Was die Frage aufwirft, woran sie während des Scans wohl gedacht haben? An etwas Unanständiges vielleicht? Mönche und ihre undurchsichtigen Machenschaften sind ja immer irgendwie verdächtig. Sie wissen schon. Die Wahrheit ist, dass sie über das Mitgefühl meditiert haben. Vielen Menschen mag dies unglaublich vorkommen, da wir Mitgefühl oft als einen eher unangenehmen Geisteszustand empfinden. Die vorliegenden wissenschaftlichen Daten aber belegen, dass genau das Gegenteil der Fall und Mitgefühl ein Zustand extremen Glücks ist.

(aus “Search inside yourself”, Kapitel 8, “Wie man etwas bewirkt und trotzdem geliebt wird”)

Man darf durchaus kritisch betrachten, wenn all die Erkenntnisse, die uns zu einem guten und glücklichen Leben verhelfen sollen, sich dann doch so nah an den Bedürfnissen der Wirtschaftswelt, dem Streben nach Gewinn und monetärem Erfolg orientieren. Doch letztlich ist für die allermeisten Menschen ein Leben, welches sich primär um Sinnsuche, Meditation und guten Taten für ihre Nächsten dreht, weder realistisch noch finanzierbar. Faszinierend ist, wie übertragbar die Erkenntnisse bezüglich Zufriedenheit und dem Wert von emotionaler Intelligenz sind, ganz egal ob man als tibetischer Mönch oder als Software-Ingenieur arbeitet. Viele der Erkenntnisse sind “alte Weisheiten”, die durch sehr aktuelle (neuro-)psychologische Untersuchungen unterstützt werden. Dies weckt in mir den Verdacht, dass es hier um sehr grundlegende, sehr universelle Einsichten geht.

Es werden viele kleine Hilfestellungen beschrieben, die uns bei der Suche nach unserem inneren Glück unterstützen. Beispielsweise hat es bereits einen erheblichen Einfluss auf unsere Zufriedenheit, wenn wir nur wenige Minuten am Tag meditieren oder diesen Zeitaufwand für ein privates Tagebuch aufwenden (was ich seit gut zwei Jahren mehr oder weniger regelmäßig verfolge, mit mehr Zeit als nur wenigen Minuten, worunter zugegebenermaßen auch dieser Blog etwas leidet). Faszinierend fand ich auch alltägliche, fast banale Einsichten. Beispielsweise erzählt Chade-Meng Tan, wie sehr er als Kind teures Essen in edlen Restaurants genossen hatte, in denen er relativ selten von seinen Eltern mitgenommen wurde. Schließlich kam ihm die Erkenntnis, dass es weniger der bessere Geschmack oder das besondere Ambiente war, was zu dem höheren Genuss führte, sondern die Achtsamkeit, mit der er jeden Bissen wertgeschätzt hatte. Seitdem ich das gelesen habe, versuche ich auch so oft es die Zeit und die Umstände erlauben, bewusst den Geschmack von guten Essen zu schätzen, und in Langsamkeit und Achtsamkeit zu speisen.

Neben diesen kleinen alltäglichen Optimierungen unseres Daseins wird am Ende die ganz große Brücke zwischen Meditation und dem Weltfrieden geschlagen:

Inneres Glück ist ansteckend. Wenn jemand dieses glückliche innere Strahlen nach außen dringen lässt, reagieren die Menschen in seinem Umfeld meist positiver auf ihn. Der Meditierende stellt daraufhin fest, dass seine zwischenmenschlichen Begegnungen zunehmend angenehmer werden, und da wir soziale Wesen sind, steigern angenehme Sozialkontakte das innere Glück noch weiter. Dadurch entsteht eine erfreulich positive Dynamik inneren und zwischenmenschlichen Glücks. Je stärker sie wird, desto deutlicher merkt der Meditierende, dass er immer gütiger und mitfühlender wird.
Wir können unseren Geist dahingehend schulen und entwickeln, dass innerer Friede, Glück und Mitgefühl in ihm entstehen. Das Beste an diesem Training aber ist, dass wir uns diese Eigenschaften nicht abringen müssen. Sie sind ganz natürlich
in jedem Menschen vorhanden. Wir müssen lediglich die Voraussetzungen schaffen, dass sie zum Vorschein kommen, wachsen und gedeihen können. Dies tun wir, indem wir meditieren. Indem wir meditieren, gestatten wir uns, sehr viel glücklicher und mitfühlender zu werden, und wenn genügend Menschen diesen Weg einschlagen, legen wir damit das Fundament für den Weltfrieden.

(aus “search inside yourself”, Kapitel 9 “In drei einfachen Schritten zum Weltfrieden”)

Natürlich mag man einwenden, dass es an Hybris grenzt, Meditation und Achtsamkeit bei einigen Menschen zu schulen und am Ende den Weltfrieden für alle erreichen zu wollen. Und doch glaube ich, dass die Art und Weise, wie wir uns auf individueller Ebene begegnen, mit wie viel Geduld, Mitgefühl und Achtsamkeit wir unseren Kolleg:innen oder unseren Freund:innen in kleinen alltäglichen Situationen oder in schwierigen Lebenssituationen zur Seite stehen, einen ganz erheblichen Einfluss haben wird. Die liebende Güte, mit der wir an andere denken, uns in deren Situation hineinversetzen, steigert nicht nur unser eigenes Glück, sie strahlt auch als gutes Vorbild auf andere aus. Für mich war die Lektüre von “search inside yourself” voller fundierter Einsichten, die Kalendersprüchlein wie “Geben ist seliger als nehmen” plötzlich sehr klar und logisch erscheinen lassen und mit viel Substanz hinterlegen. Ob die Lektüre mein Leben verändert hat, wie auf dem Klappentext beworben, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen. Einer von vielen Bausteinen auf der Suche zu mir selbst und einem Leben, das von liebevollem Miteinander geprägt werden soll, ist dieses Werk auf jeden Fall.

Wenig faszinierende Strategien 32 | Faszinierende Erkenntnisse 4

17Nov
2025

Nachdem ich im Sommer das Buch “Stealing Fire” empfohlen habe, möchte ich nun ein weiteres Sachbuch vorstellen, welches mich sehr bewegt und inspiriert hat. Der Psychotherapeut Francis Weller hat mit “The Wild Edge of Sorrow: The Sacred Work of Grief” sehr schön herausgearbeitet, wie wichtig es ist, Trauer zuzulassen, Verluste zu verarbeiten, sich dabei in Gemeinschaften gegenseitig zu halten und Trost zu spenden.

In der westlichen kapitalistischen Welt ist eine Kultur entstanden, in der wir uns sehr viel vergleichen und bewerten – ein Trend der durch Social Media natürlich noch erheblich verstärkt wurde. Ein authentisches und ehrliches Sharing unserer Gefühle, unserer Sorgen und Hoffnungen ist im zwischenmenschlichen Austausch selten eingeladen. Trauer und Verluste, die wir unvermeidlich erleben werden, brauchen Zeit und Raum, verarbeitet zu werden. Wir brauchen eine Gemeinschaft, in der wir mit unseren Sorgen ernst genommen und gehalten werden. Sehr faszinierend fand ich in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, die Francis Weller bei der Beobachtung der abendlichen Sharing-Zirkeln in einem westafrikanischen Dorf erlangt:

This feeling of belonging is rooted in the village and, at times, in extended families. It was in this setting that we emerged as a species. It was in this setting that what we require to become fully human was established.
[…]
I remember vividly my experience in Malidoma Somé’s village of Dano in Burkina Faso in West Africa. I felt pangs of envy when, every night near dusk, people would gather in the common area and share their day. (This is when we have happy hour in our culture. Drinks at half-price! Perhaps this is how we anesthetize our loss.)

Ich empfinde es als eine wenig faszinierende Strategie, unseren Verlust mit alkoholischen Getränken zu anästhesieren. Die kurzfristige Betäubung, vielleicht sogar das kurzfristige Glücksgefühl, dass wir dadurch erhalten, wird nicht von Dauer sein und schon gar keine nachhaltigen Erkenntnisse liefern.

Ich empfinde es als ein großes Glück, mich immer wieder in Räumen zu bewegen, in denen ein ehrliches Sharing eingeladen ist und ich mich gehalten fühle. Ich würde mir sehr wünschen, dass es mehr davon in unserer Welt gibt. Ich würde mir wünschen, dass Fragen nach dem Befinden (“Wie geht’s?”) nicht zu der im englischen Sprachraum üblichen Begrüßungsformel degradieren (“Great! How are you?”), sondern dass eine Antwort wie “Ambivalent.” vollkommen akzeptiert ist und auch potentiell einen Raum für ein ehrliches Sharing öffnet (“Magst du etwas teilen?”), sofern Zeit und emotionale Kapazität dafür da ist. Und ich glaube, dass für den Austausch über Trauer, Sorgen und Verlust deutlich mehr Raum sein sollte.

Wenig faszinierende Strategien 31 | freedom is not for free 5

08Oct
2025

Dieser Blog sollte nie im engeren Sinne politisch werden und insofern bleibt es hoffentlich eine Ausnahme, dass ich hier für eine konkrete politische Kampagne Werbung mache. Die Pläne des europäischen Rates zur “Chatkontrolle”, also ein Gesetz, die Messengerdienste dazu zu verpflichten, Hintertüren in die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation einzubauen, finde ich jedenfalls derart wenig faszinierend, dass hier auf auf die Kampagne “Chatkontrolle stoppen” verweisen möchte.

Die Chefin der Signal-Stiftung (Signal ist einer der wenigen Messenger, hinter dem eine gemeinnützige Stiftung steht) droht mit dem Rückzug aus Europa. Meta, Apple & co würden sich wahrscheinlich dem Druck beugen, in Amerika unter Trump sieht man derzeit, wie sehr die Konzerne bereit sind, sich mit der Politik zu arrangieren. Wer auch immer einwenden mag, dass ein Volk eben eine andere Regierung wählen könnte, der möge sich vor Augen führen, dass das demokratisch deutlich direkter legitimierte europäische Parlament mit breiter Mehrheit gegen die Chatkontrolle ist. Der europäische Rat (die Regierungsvertreter der Mitgliedsstaaten) haben wenig überraschend ein Interesse daran, exekutive Befugnisse auszuweiten.

Ich bin ein großer Freund der Idee der europäischen Union, weil sie für mich die derzeit wirkmächtigste Vertreterin westlicher freiheitlicher Werte ist. Aber trotzdem beruht ihre Konstruktion auf historisch gewachsenen Kompromissen. Wenn diese Kompromisse dazu führen, dass Entwicklungen völlig falsch laufen, dann muss es dagegen zivilgesellschaftlichen Widerstand geben. Sich für Freiheit einzusetzen wird manchmal ein wenig kosten. Vielleicht können schon ein paar Euro an Betreiber von Messengern, die nicht zu Konzernen gehören, an progressive politische Kampagnen oder auch an progressive Parteien etwas daran ändern.

Wenig faszinierende Strategien 30 | Ende und Neuanfang 9

03Oct
2025

Die Strategie unserer derzeitigen Gesellschaft mit Drogen umzugehen ist wenig faszinierend. Auf dem derzeit stattfindenden Oktoberfest wird der exzessive Konsum von Alkohol geradezu zelebriert (wobei man auch alkoholfreie Maß Bier bestellen kann und dort eine gute Zeit haben kann, wie ich kürzlich ausprobierte). Deutschland ist im weltweiten Vergleich eines der Länder, in dem der Alkohol am günstigsten zu erwerben ist, obwohl eine Verteuerung nachweislich am meisten bringen würde, um junge Leute vom Alkoholkonsum und dessen gesundheitlichen Gefahren abzuhalten.

Sehr spannend fand ich in diesem Zusammenhang, was der Notfallmediziner Gernot Rücker, der regelmäßig auf der Fusion in Berlin im Einsatz ist, zum Thema Alkohol und Drogen schreibt:

Alkohol löst keine Probleme. Da ist es fast cleverer, einen Joint zu rauchen, weil der Kater nicht so heftig ist.
[…]
Alkohol schlägt auf das Frontalhirn, den Geschäftsführer des Hirns. Das heißt, man kommt auf dumme Ideen. Das ist in einem emotionalen Ausnahmezustand wie Liebeskummer ausgesprochen kontraproduktiv.
[…]
Ein Muss ist aus meiner Sicht die Freigabe von LSD. Für die Therapie bei schwersten behandlungsresistenten Depressionen und als Freizeitdroge ist es absolut geeignet. Es ist risikoarm, wenn man damit umzugehen weiß und ein erfahrener Tripsitter einen begleitet.

https://www.zeit.de/campus/2025/04/die-alkoholdiktatur-wird-fallen

Sehr empfehlen kann ich in diesem Kontext auch das Buch Stealing Fire, in dem das gigantische Potential erörtert wird, wir uns durch besondere Bewusstseinszustände weiterentwickeln können. Wie man seine Mitte finden und seine geistigen Fähigkeiten weiterentwickeln kann, in dem man sich nicht mit Drogen wie Alkohol oder exzessiven Social-Media-Konsum sediert, sondern nach Introspektion durch besondere Bewusstseinszustände sucht. Sei es durch Meditation, besondere Atemtechniken oder den bewussten Umgang mit Substanzen.

Whether we’re examining psychedelics like LSD or empathogens like MDMA, mind-altering drugs are more popular than at any other time in history. Thirty-two million Americans use psychedelics on a regular basis (that’s nearly one in ten) and report considered reasons for doing so. According to a 2013 study published in a journal of the National Institutes of Health, the most common motivations are to “enhance mystical experiences, introspection and curiosity.” Transcendence, not decadence, appears to be driving use forward.

aus: Stealing Fire, Kapitel 8

In der Tendenz ist das Buch keine Werbung für Substanzen, diese werden nur als eine von vielen Möglichkeiten aufgeführt, intensive Selbsterfahrungen zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten im Bereich von Yoga, Meditation oder Atemtechniken, die vielleicht den längeren, aber vielleicht auch nachhaltigeren, Weg zur Erkenntnis bedeuten. Substanzen werden eher als die Abkürzung beschrieben, mit der sich bestimmte Zustände erreichen lassen. Klar ist, dass die aktuelle Studienlage sehr klar zeigt, dass die Psychedelika und Empathogene erheblich weniger gefährlich sind, was Toxizität und Abhängigkeitspotential angeht, als Alkohol.

Vielleicht ist der Traum der Hippies aus den 70ern, dass eine andere Gesellschaft möglich ist, mit weniger Aggressivität und mehr Miteinander, Empathie und Liebe, doch nicht ganz ausgeträumt. Ein Neuanfang für den Umgang mit bewusstseinsverändernden Techniken und Substanzen könnte auch ein Neuanfang für unser soziales Miteinander sein.

Wachstumsräume 1 | Faszinierende Erkenntnisse 3

04Jun
2025

Schon über ein halbes Jahr ist seit dem letzten Eintrag nun vergangen. Dabei passiert so viel in meinem Leben. Der Großteil meiner Energie, die ich dazu verwende, meine Erlebnisse, mein Empfinden, meine Gedanken in Worte zu fassen, bündelt sich jetzt seit April letzten Jahres in einem privaten Tagebuch. Zu persönliche Geschichten, als dass sie in diesem Blog veröffentlicht werden könnten, gleichzeitig ein grandioses Werkzeug, meine Gedanken zu strukturieren, Schlüsse aus dem zu ziehen, woher ich kam und wohin ich hin will. Zu lernen, aus all dem, was passiert ist. Verbindungen haben sich gelöst, wurden neu geknüpft, auf neue Art verwoben, wurden etwas ganz Wunderbares. Ich habe Gemeinschaften gesehen, von denen ich unglaublich viel lernen konnte, darf geradezu demütig bewundern, welche integrativen Fähigkeiten, welchen Einsatz für die Gemeinschaft so liebe Menschen um mich herum an den Tag legen. Ich habe neue Energie geschöpft für neue berufliche Herausforderungen, denen ich voller Erwartung und gespannter Vorfreude gegen Ende des Sommers entgegen gehen werden. Ich habe mich in Wachstumsräumen bewegt, um darin zu lernen, um zu verstehen, um Nähe und sichere Häfen zu erleben. Ich habe verstanden, dass ich die größte Zeit meines Lebens viel an formalen Inhalten, wie beispielsweise an Mathematik und Software-Entwicklung gelernt habe, und sehr wenig über Menschen, Gemeinschaften, wir darin fühlen und uns verbinden. Über solche Dinge etwas zu lernen, stimmt mich glücklich, und lässt mich deutlich mehr im Einklang fühlen in der Welt der menschlichen Interaktionen, die mir früher oft feindlich und befremdlich erschien.

Es sind im letzten halben Jahr keine längeren Texte entstanden, die zur Veröffentlichung bestimmt sind, und doch auf dieser Seite ist ein wenig Neues hinzugekommen. Ich habe mir eine neue kleine Herausforderungen in einem privaten Hardware-Bastelprojekt gesucht, welches auf dieser Seite dokumentiert ist. Nach vielen Jahren Pause habe ich mich auch entschlossen, die Photo-Seite wieder mit neuen Inhalten zu befüllen, vorerst mit einigen Bildern von Skitouren und Wanderungen in der beeindruckenden kanarischen Natur. Ich habe viel gelesen. Besonders hervorheben möchte ich “Stealing Fire”, trotz des etwas “amerikanischen Stils” (kurze Kapitel, viel Fokus auf spektakuläre Ergebnisse) sind die Erkenntnisse darüber, wie wir unsere mentalen Fähigkeiten und unser Bewusstsein auf ein höheres Level bringen können atemberaubend und durchgehend nahe an der wissenschaftlichen Forschung. Ich bin statistisch gesehen kurz vor der Mitte meines Lebens und sehe mich erst am Anfang einer Reise, die Fähigkeiten meines Geistes zu explorieren und gezielt in Wachstumsräume zu gehen – welch schöne Perspektive. Auch Beziehungsformen bleiben ein Forschungsfeld für mich. Ich lese gerade “The Ethical Slut”, von der Idee eines nichtmonogamen Lebensstils war ich schon seit jeher fasziniert und mittlerweile denke ich auch viel über ein freundschafts- und gemeinschaftszentriertes Leben nach. Liebe Menschen, die man nicht hierarchisch einordnet nach “Partner:in” und (nachprior) “andere Freund:innen” sondern ganz einfach Freund:innen, mit denen man Verbindungen pflegt, die fluide und gestaltbar sein können, mit denen sich Aktivitäten, Nähe, Geborgenheit und Gemeinschaft erleben lassen. Und doch leben die meisten lieben Menschen um mich herum in relativ klassischen Beziehungskonzepten und manche meiner Erfahrungen innerhalb von Gemeinschaften waren durchaus ambivalent. Die Faszination, die ich für die Idee, in Gemeinschaften zu leben, im vorigen Blogeintrag beschrieben habe, ist teils gewachsen, teils durch Erfahrungen in der Realität ein wenig eingeschränkt worden.

Genug für den ersten Beitrag des Jahres. Der Vorsatz ist da, diesen Blog regelmäßiger zu befüllen. Das private Tagebuch wird Priorität haben. Das Erleben und Gestalten natürlich auch. Ich war lange viel in der Theorie und im Denken unterwegs. Ich bin nun mehr draußen in der Realität, am Forschen, am Erfahren, und am Wachsen.