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  • 20Jun
    2012
    11:16 pm No Comments

    Felsketten, umgeben von massivem Geröll, dazwischen Plateaus, die die Gletscher zurückgelassen haben. Der Grat, bei dem von der Ferne aus gesehen die Begeheung ein Spaziergang zu sein scheint, zeigt unüberwindbare Höhenunterschiede; senkrechte Felswände, die akkurat gerade sind, als wären sie so geschliffen worden; doch es ist allein die Natur, die diese seltsammen Artefakte hervorbringt. Ein Hang, der von oben gesehen aussieht, als würde er keine Hindernisse bereithalten, einer von vielen Wegen, die vom Gipfel hinabführen, wenn auch nicht in der Karte verzeichnet – wir haben doch alle ein wenig Pioniergeist in uns? Der Berg antwortet auf solche Überheblichkeit mit einer Kette von Steilwänden, die einen immer und immer wieder zu Umgehungen zwingen. Um dann wieder die gutmütige Seite seines Nachbarn zu erleben, wenn man dessen Gipfel erklommen hat und einem klar wird, dass man es geschafft hat.

    Aber was eigentlich, und wozu? Wozu geht man einen Berg hinauf, um ihn wieder hinunter zu gehen? Berge waren für Jahrhunderte nur mühsame Hindernisse, die man nur bestieg, wenn man musste; wenn man sich auf Burgen darauf in Sicherheit bringen wollte, oder den Feind darauf oder dahinter angreifen wollte. Niemand hätte Berge bestiegen, ohne einen materiellen Nutzen daraus zu ziehen.

    Wir besteigen Berge, weil es geht. Um zu sehen, was eigentlich geht. Um zu verstehen, was nicht gehen konnte. Um zu lernen, wo unsere Grenzen sind. Berge sind eine Therapie für Selbstüberschätzer. Wer sich noch so gut auf das blenden, täuschen und tarnen verstehen mag, eine Felswand wird das alles nicht interessieren. Und uns interessiert es, die Felsen zu bezwingen. Um dann nur zu sagen: Es geht! Faszinierend, nicht wahr?