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  • 21Feb
    2010
    12:42 am No Comments

    Welch wichtigtuerischer Binnenmajuskel, in gleich zweifacher Ausführung, mit dem der Titel des Plans, ja welchen Plans?, beginnt. Ein Business-Plan natürlich, für VentureCaptial von Investmentbänkern, um den Shareholder-Value zu maximieren! Ach nein? Wir sind ja keine AG, sondern eine GmbH & Co. KG, aber lasst uns die Unternehmensform doch noch einmal überdenken. An der Börse ist viel Geld zu verdienen, das wussten doch schon die Analysten der Stunde einst bei Infineon, einst bei Qimonda. Und jetzt diese Zukunftsbranche, Seelen zu vermieten, Seelen zu versichern! Die Analyse der Analysten verrät: Wer Seelen anfängt zu vermieten, der wird auch bald schon seine Seele verkaufen. Die Investoren schreien: Spielverderber! Unser Geschäftsfeld ist Vermietung und Versicherung. Das Marktumfeld steht. Die Zeiten werden immer schwieriger, viele Seelen sind zu schwach zum leben. Viele von ihnen fallen einmal aus, das Risiko ist hoch – wirklich? Ach, das wird schon so sein, es passt ja in den Plan. Mietet neue Seelen, ersetzt die alten, versichert euch dagegen! Rundum sorglos natürlich, Wartung & Service inbegriffen! Ach nein. Soeben haben wir erfahren, dass dies bereits Geschäftsfeld der Teufel ist, die Tag für Tag die schwarzen Seelen lecken, bis wieder rein und frei von Sünde sind. Sie haben Jahrmillionen lange Erfahrung und Milliardensubventionen von den Engeln.

    Da war er gescheitert, der Plan. Die vollkommene Leere, die Substanzlosigkeit in den Gesichtern derer zu lesen, die an IHN, an den Plan glaubten, die Beschwörung der Zahlen und Prognosen, die der Rechner unaufhörlich ausspuckt, sie ist bar jedes Inhalts, bar jedes Intellekts, an menschlicher Kognition kommt sie nur noch den Geisterjägern und Schamanen gleich. Die Leere, das Nichts, das wir sehen, erfüllt mit Befriedigung jene, die noch das Eigentliche suchen, die, die Logik des Systems festlegen! Sie, die den Kern erschaffen – man könnte sagen, die Seele – ach erhöht sie doch einmal jemand! Seht die filigranen Operationen, mit denen sie das System am Leben erhalten. Seht die Seelen, die dort werken, sich vermieten, sich verkaufen, euch Analogseelen erschaffen, euch zum Ruhm verhelfen, eurem PLAN! Repitition als Instrument der Didaktik. Ach nein, es sind doch nur Worte in den Wind gesprochen. Farben verblassen, verwandeln sich wieder ins weiß. Ins Unbunt.

  • 13Feb
    2010
    9:58 pm No Comments

    Ganz anders als in dem Titelbild des Blogs, zugegebenermaßen der Zeit ein wenig hinterher (oder schon voraus?), bedeckt eine Schicht von reinem, unbuntem, Weiß die Felder, Häuser und Straßen. Die Frage nach dem Woher? ist im Falle des kristallinen Wassers eines der naturwissenschaftlich gesehen, eher trivialeren Probleme, die Frage nach dem Wozu? bietet allerdings durchaus Spielraum für philosophische Interpretationen. Ein Verstecken, zumindest ein Nivellieren des Profils der Form der Landschaft, der menschengeschaffenen Objekte, eine Einschränkung ihrer Funktionalität, wenn sich der Schnee über die Fahrbahnen, über die Start- und Landebahnen legt, ein Sich-Bewusstwerden der Notwendigkeit, umso größere Wertschätzung von Form und Funktion, wenn die Verhüllung in weiß wieder verschwindet im Sinne Cristos? Viel einfacher die Frage nach dem Wohin? – zu großen Haufen aufgetürmt, beseite geräumt, der Mensch schließlich der Beherrscher der Natur, der ihren Widrigkeiten mit technischem Sachverstand und Ordnung entgegen steht – und das ausgerechnet mit Schnee und Kälte, wo doch die Protagonisten meines letzten Eintrags uns etwas ganz anderes versprochen haben! Und so stellt manch einer die in diesem Kontext viel delikatere Frage, nämlich die nach dem Wonach? In diesem Blog trifft man interessanterweise auch alte Bekannte, wie einen Physiker und Kabarettisten, der Wissenschaft, Glaube und Schwindel recht schön voneinander abzugrenzen weiß:

    “Wenn ich zum Beispiel vermute „Im Kühlschrank könnte noch Bier sein“ und ich gucke nach, dann betreibe ich im Prinzip schon eine Vorform von Wissenschaft. Großer Unterschied zur Theologie. Da werden Vermutungen in der Regel nicht überprüft. Wenn ich also nur behaupte „Im Kühlschrank ist Bier“, bin ich Theologe. Wenn ich nachschaue, bin ich Wissenschaftler. Wenn ich nachsehe, nichts finde und trotzdem behaupte, es ist Bier drin – dann bin ich Esoteriker.” (Vince Ebert)

    Auf dem zuletzt verlinkten publizistischen Netzwerk ist eben jener auch als Gastautor tätig. Man verzeihe mir, dass ich einen dermaßen “alten” Artikel zitiere, aber ich denke doch, dass dieser Satz mit gewisser allzeitlicher Gültigkeit die im Grunde genommen bedauernswerte Situation des gesellschaftlichen Status der Naturwissenschaften auf den Punkt bringt:

    “Wenn Sie damit kokettieren, dass Sie Quantenmechanik für eine Fußmassage halten, gelten Sie im deutschen Bildungsbürgertum als cooler Typ.”