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  • 07Sep
    2009
    9:02 pm No Comments

    Von meinem letzten Domizil in der zweitältesten Stadt Deutschlands, in der ich auf meinem täglichen, 1.6 km langen,  Weg zur Universität, erst das Neubaugebiet in Augsburg Göggingen Süd passierte, das den Charme des Unfertigen, im Werden Begriffenen, oder eben jenen viel zitierten Zauber des Anfangs innehat, mit den vielen leeren Grundstücken neben modernen Mehrfamilienhäusern, die Pflanzen gleich, mal da und mal dort, aus dem Boden sprießen, dazwischen  kleine Ladenstraßen, als hätte ein Kind mit Legosteinen sich einfach den ihm passendsten Platz auf einer großen Bauplatte gefunden; ja von dieser beschaulichen Umgebung bin ich nun gegangen in das Herz einer wirklichen Großstadt, die hinter klassischen Altbaufassaden in der Innenstadt sehr modern und geschmackvoll eingerichtete Wohnungen verbirgt (was zumindest meine subjektive Sicht meiner Wohnsituation angeht); eine Stadt die mir auf dem täglichen Weg durch ihr Verkehrsnetz nicht, wie in Augsburg, einen Biobauernhof nebst einer nahezu sinnlosen Fahrradampel bietet, sondern die Glasfassaden großer Konzernzentralen, aber auch die eintönige Schwärze der Röhre des Heslach-Tunnels. Ich will jetzt nicht sagen, was mir lieber ist, welche Gesamtsituation es ist; nein, ich weiß nur, könnte ich mir einen Wohnort aussuchen würde ich an jener Stelle, wo viele andere vielleicht eher eine Strandbucht in Hawai angeben, die Berge wählen – unbebaute Berge, versteht sich, bebaute habe ich vor mir, mit nicht zu unterschätzenden Anstiegen. Im Übrigen auf diese Weise ein durchaus geeignetes Terrain zum Joggen, die Berge hinauf, und wieder hinunter, sogar der nächste Wald ist keine 5 Bergjogging-Minuten entfernt; die ständige Nähe zum Grün, eine der äußerst angenehmen Ortsinvarianten in Stuttgart.

    Es sind elementare Dinge von denen ich schreibe – Wohnraum ordnet sich auf der untersten Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide ein, auf deren höchster Stufe das steht, was unser nur 2% zu den Affen unterschiedliches Genmaterial ausmacht – Selbstverwirklichung. An diesem Begriff gemessen, was bietet mir die Arbeit derzeit? Nun ja, es mag zu früh sein, dafür eine Einschätzung abzugeben. Es warten Probleme, Probleme für die das Lehrbuch noch keine Lösung parat hat, weil sie noch keiner gelöst hat. Was will man zunächst mehr? Ein Welt ohne Probleme, wäre ein in der Perfektion erstarrtes, ein totes Gebilde. Und doch zeigt uns die Vielfalt der heutigen Probleme, des Wissens, der Methoden und Fähigkeiten doch nur auf, wie unsere Unvollkommenheit, die Beschränktheit unserer intellektuellen Kapazität, unseres Denkens, es so vollkommen unmöglich macht, sich mit all den interessanten Problemen dieser Welt selbst auseinanderzusetzen – Gedanken, die zwischen Kantine und Büro entstehen und diskutiert werden.